Ernst Barlach Preis 2011 an Frank Wiebe


Vergabe des Ernst Barlach Preises 2011 am 06.11.2011, 16:00 Uhr im Ernst Barlach Museum Wedel (öffentliche Veranstaltung mit freiem Eintritt)
 
Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Frank Wiebe am 06.11.2011, 16:30 Uhr im Ernst Barlach Museum Wedel
 
 
Frank Wiebe
Geboren 1959 lebt und arbeitet in Hamburg. Studium an der HdK Berlin. Seit Mitte der 80er Jahre nahm der Meisterschüler von Klaus Fußmann an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil.
 



Frank Wiebe

Malerei

In seinen großformatigen Bildern wirft Frank Wiebe Fragen auf, die von grundsätzlichem Interesse sind: Wie entsteht aus Ordnung Chaos und umgekehrt aus Chaos Ordnung? Was sind die treibenden Faktoren für solche Veränderungen? Wie, wann und warum kippt ein geordnetes und funktionierendes System um? Wie muss ein neues Denken aussehen, um diese Veränderungen zu begreifen und Entwicklungen auf den richtigen Weg zu bringen? Gibt es vielleicht sogar Strukturen, Muster und Prozesse, die in den Erscheinungen der Natur, der Gesellschaft und der Kultur in gleicher Weise ablaufen?

Wiebes Grundinteresse gilt der Natur. Dabei wird sein zentrales Thema nicht realistisch, schon gar nicht physikalisch, sondern in großen Bewegungen und mit großem Gefühl aus seinem Inneren heraus organisiert. Hierbei bezieht er sich vor allem auf abstrakte Kompositionen, die uns an kosmische Sternenformationen, oder aber auch an die geheimen Welten der Ozeane erinnern. Tiefdunkler oder strahlend heller Grund, durchbrochen von intensiven Farbverläufen, bildet die Grundformen von Wiebes Bildern. Der Maler führt uns dynamische Ströme vor, die das Bild zusammenhalten, zugleich aber auch zu sprengen suchen. Dabei verlässt er sich ganz auf das Zusammenspiel von Undurchdringlichkeit und Transparenz, von pastoser Dichte und wässrig wirkender Lösung.



Der Blick des Malers fasst die Welt als ein vernetztes System von Größen auf, die eine außerordentlich komplexe Struktur aufweisen. Eine Struktur, die durch eine spezifische innere Verwobenheit von Chaos und Ordnung charakterisiert wird. Deshalb ist Wiebes künstlerischer Antrieb nicht die lineare Entwicklung, die sauber gestaffelte Evolution, sondern vor allem die scheinbar chaotische Bewegung der Natur. Daraus entwickelt er immer neue Strukturen, fragmentiert das Gesehene, lässt sich zu künstlerischen Prozessen anstoßen und bewegt sich von da aus in Traumwelten hinein, die uns vielfach an visuelle Halluzinationen erinnern.

Es entstehen dann Bilder von außerordentlicher Rauschhaftigkeit verbunden mit einem intensiven, kaleidoskopartigen Farbenspiel. Es können kristallene Landschaften auftauchen, belebt mit amöbenhaftem Getier, oder mit Juwelen bedeckte Goldhori-zonte, auf denen geometrische Figuren, florale und organische Formationen oder grell aufblühende Kristalle tanzen wie farbige Springbrunnen.



Wiebe bedient sich der verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmittel, um das zu formulieren, wofür es keine Worte gibt und entwickelt in seinen Bildern doch eine ganz eigene Sprache. Er weckt Assoziationen und schöpft aus einem Repertoire von Sinneseindrücken, die er auf seinen zahllosen Expeditionen nach Innen sammelt.

Die durch Kontraste in Farbe und Struktur sichtbar gemachten Schichten bilden dabei nicht nur ein räumliches, sondern auch ein zeitliches Gefüge, ein Gefüge von Lebenszeit, von Träumen und Erinnerungen. Da klingt strahlende Kindheit genauso mit wie das Hinüberdunkeln in die Unendlichkeit des Raumes. Aber der Raum kann auch Höhle sein, in die von oben Licht hereinbricht, Licht, das Ausblick in neues Leben ermöglicht. (JD)



Ausstellungsort: Ernst Barlach Museum Wedel, Mühlenstr. 1, 22880 Wedel
Organisation/ Presse: Heike Stockhaus, Dr. Jürgen Doppelstein
Telefon: 04103-918291
E-mail: kontakt@ernst-barlach.de
Internet: www.ernst-barlach.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 19.00 Uhr